Weil das traditionelle Rütli-Schiessen in diesem Jahr infolge zähen Nebels nicht ordnungs-gemäss durchgeführt werden konnte, holte die Rütlisektion Anderhalden den Wettkampf am 23. November 2024 auf der Schiessanlage Steinibach nach.
Vor 52 Jahren verhinderte Wetterpech letztmals die ordentliche Durchführung des Rütli-Schiessens. Mehrere Mitglieder der Rütlisektion Anderhalden, zu welcher die Rütlischützen Lungern, Sachseln, Kägiswil, Kerns, Melchtal und Alpnach zählen, meldeten sich im Nach-gang des Traditionsanlasses bei ihrem Präsidenten mit der Bitte, ein Sonderprogramm als Rütli-Ersatz durchzuführen.
Diesem Wunsch kam Stephan Neiger nach. Ein kleines Organisationskomitee kümmerte sich um den Ersatz-Anlass, der das Rütli-Schiessen nach Sachseln transferierte. Am Samstag, 23. November 2024 traf sich eine Gruppe von 40 Personen, Schützinnen und Schützen so-wie Begleiterinnen und Begleiter um 11:30 Uhr am Bahnhof Sachseln. Ausgerüstet mit der traditionellen Rütli-Packung, dem Stechpalmen-Zweig am Hut, Erkennungsmerkmal der Rüt-lischützinnen und -schützen, sowie den Standarten machte sich der kleine Zug auf den Weg Richtung Schiessanlage Steinibach.
«Der Gedanke hinter dem ganzen Anlass war, die Rütli-Stimmung nochmals aufleben las-sen», erklärt Stephan Neiger. In drei Ablösungen eingeteilt, wurde das Rütli-Programm, be-stehend aus drei Schuss in einer Minute sowie zweimal sechs Schuss in zwei Minuten in der Kniend-Position auf die 300 m-Distanz geschossen. Die Witterungsbedingungen sorgten für eine anspruchsvolle Wettkampfsituation. Die Kälte stellte eine Herausforderung für die Athle-tinnen und Athleten dar, der Schnee für die Organisatorinnen und Organisatoren. Sie hatten die Anlage vor dem Wettkampf von der weissen Pracht befreien müssen.
Wie auf dem Rütli wurde auch auf der Anlage Steinibach der Kameradschaft grosse Bedeu-tung beigemessen. Die Sachsler Schützen brachte Bratwurst, Brot und Maroni mit, die Kä-giswiler steuerten Käseschnitten bei und die Kernser sorgten für das «Cheli». «Das Echo auf den Anlass war durchwegs positiv», freute sich der Präsident. Der Wettkampf dauerte bis 14:15 Uhr. Bis zur Rangverkündigung um 15:45 Uhr verblieb die Schützengemeinschaft im Schiesstand, tauschte sich aus und pflegte die Kameradschaft, «so wie wir es jeweils auch auf dem Rütli tun.»
Den begehrten Rütli-Becher, der nur einmal in der Karriere gewonnen werden kann, holten Daniel Halter, Wilen, mit einem Resultat von 74 Punkten sowie Daniel Renggli, Kägiswil, mit 71 Punkten. Der Anlass war ein Erfolg, wie Stephan Neiger bilanzierte, aber dennoch fest-hielt: «Trotz diesem schönen Erlebnis hoffe ich, dass wir in den kommenden Jahren das Rüt-li-Schiessen wieder traditionell begehen können.»
Bilder:
Durch das verschneite Dorf Sachseln machen sich die Rütlischützen Anderhalden auf den Weg zur Schiessanlage
